the rebeatfunk review:
   
  Wednesday, may 10th
In unauffällige Anzüge gekleidet, fast aufgereiht wie an einer Schnur standen die Dap-Kings auf der Bühne des rappelvollen Waldsee-Saals und spielten, ohne Mätzchen, ohne großes Gedöns, leicht wippend "Nothing but the Funk" in Perfektion. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und eine Bläsersektion ganz im Dienste des Grooves, der Struktur, der kleinen Verschiebungen. Mehr Respekt kann man den glorreichen Anfangszeiten des Funk nicht erweisen, der ab Mitte der 60er erst die schwarze und schließlich die geamte Pop-welt revolutionierte. Und gleichzeitig war die vornehme Zurückhaltung der Band eine Verneigung vor Frontfrau Sharon Jones, die - nachdem Gitarrist Binky Griptite ein paar eigene Nummern zum Besten gegeben hatte - das Publikum im Sturm eroberte. Zur "Queen of Funk" wurde die kleine, stimmlich aber riesige Afro-Amerikanerin aufgrund der beiden Alben und den Shows mit den Dap-Kings schon gekrönt, an diesem Abend feierte sie ihren 50. Geburtstag und holte Tanzwütige aus dem Publikum auf die Bühne. Diese spaßigen Einlagen und am Schluß James Browns halsbrecherisches "I got a feeling" illustrierten zwar den Willen zur Party, aber Soul-Songs wie Woody Guthries pumpendes "This land is your land" oder das von Bandchef Bosco Mann geschriebene Shuffle-artige "How do I let a good man down" möchten schlicht Monumente sein. Und das sind sie. Mit Leib und Seele.
 

Kritik in Kürze, BZ, Joachim Schneider

 
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